1. Seid kreativ! Hecking- und Kotzvideos dürfte mittlerweile selbst meine Oma gesehen haben, aus diesem Grund kommen auch 95%
dieser Videos nicht mehr an. Ganz in Ordnung ist es meiner Meinung nach, wenn man sie als kurze Einschübe in Intros oder Zusammenschnitten
benutzt. Wie jedoch schon bei der Perspektivenwahl kommt es auch hier auf die bunte Mischung mit anderen Stunts an.
Kleiner Tipp: Verlorene Wetten bewirken Wunder ;-)
2. Werdet nicht zu Schauspielern! Oft fällt mir auf, dass sich Leute bei einem total harmlosen Stunt zehnmal um Ihre eigene Achse
drehen, oder auf irgendeine andere Art künstlich versuchen Action zu erzeugen. Jeder Zuschauer wird merken, dass das gespielt war, und das
kommt nicht an!
Seid am besten Ihr selbst, und macht die Action nicht für die Kamera, sondern für eure Freunde.
3. Bleibt beim Wesentlichen! Viele machen den Fehler einfach alles ohne Pause und Schnitt bei uns einzuschicken, das wird schnell
langweilig. Klar, wenn Ihr gute neue Idee habt, muss die natürlich erstmal erklärt werden, aber zieht so was nicht zu sehr in die Länge,
Ein Großteil der Besucher von Jackass.de wollen einfach nur Action und lustige Videos sehen. Schaut euch mit diesem Rat im Hinterkopf am
besten mal ein paar Jackassfolgen an.
4. Achtet auf Eure Sicherheit! Dieser Punkt wird häufig unterschätzt, aber er ist wirklich ungemein wichtig!
Tragt Schutzhelme, Schoner, Schutzbrillen oder was auch immer nötig ist, um Eure Gesundheit zu wahren. Im Übrigen werden wir keine Videos,
die wirklich gefährliche Aktionen enthalten veröffentlichen, dazu zählen alle Arten von Feuerstunts; Videos, in denen Geschosse jeglicher
Art benutzt werden, und alles weitere was wir von Jackass.de als zu gefährlich einschätzen.
Die Jackasscrew hat auch ständig Notärzte, Psychologen und ähnliches dabei, um mögliche Verletzungen die trotz Ihrer Schutzkleidung
entstehen können zu behandeln.
Tipp: Wie schon bei der Kameraführung lautet auch hier mein Tipp: Bei anderen Zuschauen und lernen.
Mittlerweile haben wir auf Jackass.de einige Videos, die durchaus einen guten Qualitätsstandard haben.
Wie filme ich richtig?
1. Haltet die Kamera ruhig!
Das heißt, kein Gehen oder Laufen. Benutzt nach Möglichkeit ein Stativ. Wenn Ihr eine Bewegung verdeutlichen wollt, macht Ihr einfach zwei
Szenen vom selben Objekt, die erste beinhaltet z.B. jemanden, der von links nach rechts durchs Bild läuft, die zweite wie er auf die
Kamera zuläuft.
Am einfachsten wäre das natürlich mit zwei oder mehr Kameras, falls Ihr die nicht habt, macht einfach jede Aktion mehrfach.
2. Vermeidet die Zoomfunktion!
Die meisten Kameras sind technisch nicht so gut, dass sie einen Zoom gut rüberbringen können. Deswegen ist es hier auch wieder ratsam,
einfach mehrere Stanbilder zu machen, und die nachher zusammenzuschneiden.
Ideal wäre es, wenn Ihr z.B. drei Standbilder aus verschiedenen Entfernungen macht, die jeweils immer um die 10 Sekunden dauern. Dabei
solltet Ihr die einzelnen Entfernungen gleichmäßig aufteilen, z.B. 15m; 10m; 5m. Das ist wichtig, um den Film hinterher gut schneiden zu
können, ansonsten passen die Bewegungen nicht zusammen.
3. Möglichst wenig schwenken!
Viele Amateurfilmer schwenken so viel, dass dem Zuschauer später regelrecht schwindelig wird, vermeidet das so gut Ihr könnt!
Da man aber bei actionreichen Filmen oft nicht komplett auf das Schwenken verzichten kann, solltet Ihr unbedingt darauf achten, dass der
Schwenk ganz langsam und gleichmäßig verläuft. Um das Material später besser bearbeiten zu können, solltet Ihr vor und nach dem Schwenk
jeweils wieder ein Standbild von 5-10 Sekunden machen.
4. Nehmt jede Aktion mehrfach auf.
Dadurch habt Ihr erstens beim schneiden viel mehr Material was man miteinander kombinieren kann, und zweitens wird der Film dadurch um
einiges anschaulicher. Nichts ist langweiliger, als 20-mal dieselbe Aktion aus derselben Perspektive zu sehen.
5. Testet ungewöhnliche Perspektiven!
Unterhaltsam wäre es z.B. mal von oben oder unten (Vogelperspektive/ Froschperspektive), mal von vorne oder als Verfolger zu filmen.
Experimentiert da am besten einfach mal ein wenig mit verschiedenen Perspektiven herum.
Ebenso kann man die gleiche Szene mit verschiedenen Einstellungsgrößen drehen (Totale, Halbtotale, Nahaufnahme, Detailaufnahme). Gerade
Nahaufnahmen des Gesichts, der Hände oder sonstiger Details können sehr gut als wirkungsvolle Zwischenschnitte verwendet werden.
6. Sorgt dafür, dass Ihr viel Material habt!
Ein professioneller "Cutter" rechnet pro fertige Filmminute mit 10 Minuten Rohmaterial. Ein guter 6 Minutenfilm, gefüllt mit viel Action
setzt also fast 1 Stunde reine Action als Filmmaterial voraus.
Achtet am besten mal im Fernsehen darauf, wie oft geschnitten wird, ungeschnittene Szenen gibt es praktisch nicht!
7. Filme niemals Longplay.
Das bringt lediglich Qualitätseinbußen. Im Übrigen solltet Ihr immer darauf achten, nur in bester Qualität zu filmen, gerade wenn ein Film
fürs Internet gemacht wird, muss die Ursprungqualität sehr gut sein. Sonst erkennt man nach dem komprimieren gar nichts mehr.
8. Akustik
Sofern Sprachszenen oder ähnliches im Video vorkommt, sollte nach Möglichkeit ein externes Mikrofon genutzt werden. Die neuen Kameras
haben oft ausreichende, integrierte Mikrofone. Dennoch sollte auch hier darauf geachtet werden, dass die äußeren Rahmenbedingungen stimmen
(Keine lauten Nebengeräusche...).
9. Lichtverhältnisse!
Fast hätte ich es vergessen, es gibt nichts, was so schlimm ist, wie einen komplett dunklen Film! Es ist wirklich sehr, sehr wichtig, dass
Ihr vorher die Lichtverhältnisse checkt. Im Prinzip sollte in einem kompletten Film nicht eine Szene vorkommen in der man nichts erkennt.
Das mag für die Beteiligten zwar ganz lustig gewesen sein, wer aber nur den Film sehen kann wird sich zu Tode langweilen, wenn er nur ein
schwarzes Bild und Gelächter vorgesetzt bekommt.
Natürlich ist es ebenso wichtig als Kameramann nicht gegen sonder mit der Lichtquelle zu filmen. In geschlossenen Räumen z.B. von der
Fensterseite aus filmen.
10. Planung
Gut geplante Filme werden generell deutlich besser, als einfache Zusammenschnitte von nicht zusammenhängenden Szenen. Ein Drehbuch ist
optimal, für unsere Zwecke dürfte es aber eigentlich auch ausreichen, sich vorher einfach ein paar Notizen zu machen.
Tipp:
Durch andere Videos oder vor allem durch das Fernsehen kann man sehr gute Inspirationen für die eigene Kameraführung bekommen. Wer diese
Liste aufmerksam durchgelesen hat, wird wahrscheinlich zwangsläufig auf die Machart von anderen achten, dabei wird man schnell erkennen,
wie viel eine gute Kameraführung ausmacht. Merkt euch einfach einige Stilelemente, und versucht diese zu kopieren, auf die Art lernt Ihr
am besten!