Willkommen
in der schönen Welt der Fisheye Objektive! Das Interesse an diesen unglaublich
stylischen "Verzerrern" wird spätestens durch Skatevideos geweckt.
Sie haben schon etwas mystisches, nur ein kleines Objektiv kann die Weltansichten
im wahrsten Sinne des Wortes komplett verzerren! ;)
Fischaugen
gibts in vielen Arten und Variationen bzw. Vignettierungen und Verzerrfaktor.
Da den Überblick zu behalten ist nicht ganz so einfach, aber wenn man ein
paar Dinge beachtet, dann kann man schon bald mit dem eigenen Fisheye loslegen!
Skatevideos
werden meist mit Weitwinkelfaktorfisheyes von 0.24x bis 0.3x gefilmt. Wobei
aber gesagt werden muss, dass Objektive wie sie in cKy, Adio-OSB, Globe Opinion,
Zero etc. zu sehen sind, kaum bezahlbare Preisschilder tragen! Profigeräte,
mit mehreren, qualitativ hochwertigen Linsen lohnen sich eigentlich wirklich
nur dann zum Kauf, wenn man sich wirklich professionell damit auseinandersetzen
will.
Unterschiede
gibt es, es geht bei Semi-Fisheyes und einem "richtigen" Fisheye los.
Semi-FEs haben meistens nur eine bis zwei Linsen und die bekommt man bei Ebay
tagtäglich zum Kauf. Fisheyes mit mehren Linsen (meist unterteilt in mehreren
Gruppen) haben höhere Bildqualität was Verzerrung und Lichteinfall
angeht. Unterschiede sind hier vor allen Dingen Vollformat- und Teilformatfisheyes.
Und beim Preis, ay caramba!
0.3x
Weitwinkelfaktor, Distortion und Vignettierung - hä?
Auch bei
Fisheyes muss ein wenig Theorie dabei sein, nicht nur die Praxis machts! ;)
Fisheyes
haben heute an Anziehungskraft gewonnen. Kaum ein Video aus
dem Musikbereich, bei dem kein Fisheye mehr verwendet wird. Auch in Kinofilmen
wird es immer öfter verwendet. Auch wenn es hier dann nicht auf die Verzerrung
der Ränder ankommt.
Fisheyes
haben die Eigenschaft, relativ nah an der Kamera gelegene Dinge auf dem Bild
weiter entfernt anzuzeigen. Es wird dann meist tonnenförmig dargestellt
(siehe Abbildung) und es kommt zu den berühmten Verzerrungen an den Rändern
des Bildes. Hochqualitative Fisheyes für Hollywood (denkt nicht einmal
dran die bezahlen zu können, das geht definitiv nicht) sind so konstruiert,
dass es zu kaum einer Verzerrungen kommt (kissenförmige Verzeichnung).
Sieht cool aus, aber diesen Fisheyes ist dieser Text nicht gewidmet!
Wie gesagt
gibt es verschiedene Stufen der Verzerrung des Fisheyes. Beginnend bei 0.5x
Weitwinkel, fängt der Effekt an. Interessant wird es allerdings erst ab
einem Faktor von 0.42x:
Das Bild
wurde mit einem Sakar 0.42x Wide Angle aufgenommen. Deutlich erkennbar: Die
Distortion (Verzerrung) an allen Seiten des Bildes. Dieses Weitwinkelobjektiv
ist ein Teilformatfisheye, da man die Vignettierung an den Rändern erkennen
kann. Der Blickwinkel beträgt in diesem Fall nicht 180° Grad. Ist übrigens
mein Badezimmerboden, also nicht wundern bitte ;)
Wichtig bei
der Verzerrung: Je kleiner der Wert, desto höher die Distortion. Hier das
gleiche Bild, nur aufgenommen mit einem Beroflex 0.3x Super Wider:
Hier ist
deutlich mehr Bildbereich sichtbar! Kein Wunder, ist ja auch ein höherer
Weitwinkelwert! ;)
Nochmal das
gleiche Bild, aber mit einem 0.24x Albinar Wider (ehemals 0.3x *hust*):
Der 0.24x-Effekt
ist aber nur dadurch zu erreichen, wenn man einem normalen Semi-Fisheye die
hintere Linse entnimmt. Ich rate aber strengstens davon ab, jetzt zu Hammer
und Meißel zu greifen. Das Albinar ist jetzt nicht mehr für die Kamera
verwendbar, da der Fokus der Kamera sie nicht mehr richtig scharfgestellt bekommt!
Schön
zu sehen: Mit jedem Weitwinkelwert wurde die Verzerrung, aber auch die Vignettierung
größer! Hier ein Vollformatbild, aufgenommen mit dem Raynox MX3000Pro
(0.3x Semi-Fisheye):
Ein Vollformatblick
in die verzogene Welt der Fisheye-Objektive! Alle oberen Bilder sind Teilformat.
Der Bildausschnitt ist nicht ganz so groß wie der der Beroflex, erreicht
nicht mal das 0.42x von Sakar! Das kommt daher, dass die Kamera nicht den ganzen
Bereich des Fischauges darstellen kann. Abhilfe schaffen hier Abstandsringe.
Durch den Abstand wird der Bildauschnitt, der auf die Kameralinse trifft, größer.
Wer also ein Vollformatfisheye besitzt, aber dennoch Vignettierung an den Rändern
sehen will (aus welchem Grund auch immer) muss sich besagte Abstandsringe kaufen.
Die gibts entweder bei Ebay oder im nächsten Fotogeschäft zum Bestellen.
Beachtet werden muss dabei nur die Gewindegröße von Kamera und Fisheye.
Übrigens
könnte man den Fisheyeeffekt noch mit sehr viel mehr Physik (Brennweite,
Lichteinfall, Blickwinkelfaktoren usw.) erklären, aber auf diesen Teil
wurde wegen zu wenig Wissen seitens des Autors und dem (hoffentlich) mangelndem
Interesse der Leser bewusst verzichtet! ;)
ACHTUNG:
Sehr wichtig ist, dass alle (!) Fisheyes bei verschiedenen Camcordern für
verschiedene Ansichten sorgen! Ein Fischauge, das auf der Canon XM2 einen Vollformatblick
hat, kann auf der Sony VX2000 einen größeren Blickwinkelbereich haben.
Das hat mit den Brennweiten der jeweiligen Linsen der Kamera zu tun!
Beim
Kauf
Es gibt ein
paar Dinge die beachtet werden sollten. Jemand der ein 0.3x Fisheye haben möchte,
aber sich ein 0.42x kauft, wird von dem Effekt schwer enttäuscht sein.
Also muss darauf geachtet werden, dass es auch ja 0.3x sind!
Ebay ist
ein wunderbarer Platz für die Fisheye-Suche. Hier kann man sich an manchen
Tagen dumm und dämlich suchen. Abgeschreckt wird man dann meistens nur
vom Preis! Wer auf Ebay schaut wird schnell resignieren was den Geldbeutel angeht.
Dennoch sei gesagt, dass die meisten Fisheyes dort für analoge oder digitale
Fotographie gemacht sind. Und die sind nicht zu bezahlen, weil das meiste Profigerät
für wahre Fotografen ist! Trotzdem wird man meist schnell fündig,
wenn man etwas für Camcorder sucht.
Vor dem Kauf
sollte man sich an den Verkäufer wenden und nach einem Bild des Effektes
fragen. Zumindest dann, wenn man sich nicht sicher ist welchen Weitwinkelwert
das Fischauge hat. Ansonsten kann man sich eigentlich sicher sein: Wenn 0.3x
draufsteht, ist auch 0.3x drin.
Wichtig auch:
Wie sieht es mit dem Lichtdurchlass aus? Sind die Ecken des Bildes scharf dargestellt
oder erscheinen sie unscharf? Auch wenn Ebay der beste Platz ist, was Preise
angeht: Das Fisheye vorher auszuprobieren ist immer noch die sicherste Methode
um herauszufinden ob auch alles so ist, wie man es haben möchte.
Meist werden auf Ebay Semi-Fisheyes von Sakar, Albinar, Beroflex, Rowi, Travenar oder ähnlichen Firmen angeboten, deren Namen einem kaum etwas sagt. Ist in dem Fall aber egal, denn die Bauweise ist so gut wie immer die Gleiche! Man kann bei zwei Linsen keine großartigen Unterschiede in der Qualität entdecken. Beispiel?
Travenar
Semi-Fisheye VS. Albinar Ultrawider (beide 0.3x) ... 100%ig baugleich!
Der Unterschied
liegt jetzt nur noch an den beiden Linsen, aber wie gesagt, es gibt kaum Unterschiede
zwischen beiden Fisheyes!
Um noch ein
paar Worte über den Preis zu verlieren: Es kommt darauf an, wie teuer ihr
das Fisheye haben wollt. Ich würde allerdings nicht mehr als 40 Euro für
Objektive wie oben dargestellte bezahlen. Leider gibt es keinen Richtwert was
Preise angeht, daher ist es euch überlassen wieviel ihr bezahlen um den
Effekt zu bekommen.
Jetzt da
wir uns in der Theorie ein bisschen auskennen können wir uns zu den exquisiten
Sachen zu wenden: Den (semi-)professionellen Fisheyes von Raynox und Century
Optics.
Raynox
Raynox ist
eine japanische Firma, die qualitativ hochwertige Linsen und Vorsatzobjektive
anbietet. Ihr Fisheye-Repertoire ist ein wenig umfangreicher als das der Konkurrenz.
Mehr Auswahl und ein bisschen kleinere Preise machen Raynox zu einem guten Anlaufpunkt
für Fischaugen aller Art und Gewindegröße.
Die
3000er-Reihe
MX3000Pro
Semi
XL3000Pro Semi
(Schnappfassung)
Jeweils ohne MX
/ XL3000 Pro (Sony VX2000 Max. Wide Angle)
Jeweils mit MX /
XL3000 Pro (Sony VX2000 Max. Wide Angle)
Beide Fisheyes
sind baugleich (was bei einer Linse auch nicht so schwer ist), haben aber jeweils
verschiedene Anschlussarten. Das MX3000Pro hat ein Anschlussgewinde von 58mm,
sowie ein Frontfiltergewinde von 76mm.
Die Schnappfassung
hingegen passt an Gewindegrößen ab 52mm bis hin zu 67mm. Beide haben
den fairen Preis von ca. 150-170 Euro. Zu teuer? Die Hammerpreise kommen erst
noch, keine Sorge!
Das Fisheye
gibts auch in für kleinere Camcorder (27-37mm), nur die Bezeichnung ist
QC-303 und natürlich hat auch dieses Fisheye einen Verzerrfaktor von 0.3x!
Bekommt man auf Ebay meist schon für knapp 40-50 Euro.
Raynox
QC-303
Ohne
QC-303
Mit
QC-303
Da das Fisheye
nur eine Linse besitzt, lässt es sich, wenn es angebracht wurde, nicht
voll durchzoomen. Ab einem bestimmt Wert wird das Bild unscharf, da der Camcorder
nicht mehr in der Lage ist es scharf zu stellen. Somit muss auf den Zoom größtenteils
verzichtet werden.
Hier noch
zwei Bilder mit der MX3000 (aufgenommen mit Canon XM2/GL2)
Übrigens:
Wer das MX3000Pro mal in Aktion sehen will, der geht einfach auf www.mentally-disturbed.de
und zieht sich da die Videos runter, sind fast alle mit dem Semi-Fisheye aufgenommen
worden! ;)
Raynox
FE180Pro - Der Angriff auf Century Optics
Raynox steht
schon zu lange im Schatten von Century Optics was Fischaugen angeht. Bisher
hatten nur deren Objektive wirklich den Effekt, den alle haben wollten. Jetzt
blasen die Japaner zum Sturmangriff. Ihre neuste Waffe gegen die Konkurrenz:
Ein nahezu perfektes Vollformatfisheye, welches auch noch um Welten billiger
ist!
Das FE180Pro
hat eigentlich alles was man braucht. Die Werte des Objektives sprechen für
sich: Raynox schwört auf einen 0.24x Weitwinkelwert und erreicht in der
Bilddiagonale 180° Blickfeld, was aber hingegen für Century absolut
nichts neues ist, hatte das MK I doch damals schon diese Werte. Dennoch ist
der Effekt einfach wunderbar:
Ohne
FE180Pro (VX2000)
Mit
FE180Pro (VX2000)
Der Preis
ist mit 499 Euro ein wenig fairer als das Century Angebot! Die Gewindeanschlussgröße
beläuft sich auf 62mm, aber ein Konverterring auf 58mm wird mitgeliefert.
Schlechte Nachricht: Für kleine Gewindegrößen ist das Fisheye
nicht ausgelegt!
Positiv:
Das Objektiv ist zoomfähig, aber es gibt schon bei einem 12x-Zoom einige
Farbfehler und einen Ghosteffekt. Auch hier ist man besser beraten nicht zu
zoomen.
Übrigens
kann man hier einen Videoclip runterladen, der den
Effekt des Fisheyes zeigt. Aufgenommen wurde er mit einer Sony VX2000.
Century Optics
Eigentlich
heißt die Firma Century Precision Optics. Amerikanische Firma, die alles
an Vorsatzobjektiven vertreibt, die der semi-professionelle und professionelle
Filmer so braucht. Allerdings will diese Qualität mit einem hohen Preis
bezahlt werden!
MK
I + II
Mark II an Canon
GL1/XM1
Das Flaggschiff
von Century Optics, das Mark II .3X Ultra Fisheye ist ein Highendgerät was
FEs angeht ... trägt aufgrund des hohen Kaputtgehfaktors den Namen "The
Death Lense" (auch "Jaws" oder "Bear Claw") . Warum
die Dinger kaputtgehen? Weil sie verdammt nah am Geschehen dabei sein müssen
und so ein Skateboard "rutscht" schon gerne mal in Richtung Kamera!
;)
Die technischen
Werte des Fisheyes sind einfach überragend. Der nominale Wert wird mit
0.3x angegeben, die Bilddiagonale beläuft sich auf 180°.
Es gibt noch Streitereien unter den Filmern, die einen sagen, das Vorgängermodell
der Mark II (Mark I) sei aufgrund der Lichtabweisung und der Verzerrung besser.
Die anderen sind mit der neuen Variante vollends zufrieden.
Leider stehen
keine Bilder zum Vergleich von MK I und MK II zur Verfügung. Das MK I hatte
aber damals schon einen wunderschönen Effekt:
Diese (wenn
auch sehr kleinen) Bilder zeigen, warum Century Optics mit dem MK I einen Volltreffer
gelandet hat. Kein anderes Fisheye bekommt den Effekt so hin! Nichtmal das MK
II.
Die Meinungen
über das MK II gehen auseinander. Besonders störend bei dem zweiten
Release: Die leicht angehöhten Frontkappen, die zum Schutz vor Skateboardeinschlägen
angebracht wurden. Das kostet ein bisschen Blickwinkel (wenn auch nur verschwindend
gering). Profi(skate)kameramänner wie Ryan Gee sind entsetzt, zeigt das
Mark II bei einigen Kameras eine Vignettierung an den Rändern. Dennoch
muss sich das Mark II nicht verstecken, was den Fisheye-Effekt angeht:
Wie auch
das Raynox MX3000Pro kann das Mark II nicht voll durchgezoomt werden. Leider
fehlen mir die Mittel um es einem vollständigem Test zu unterziehen. Daher
muss die Theorie reichen! ;) Sollte jemand Erfahrung mit dem Objektiv haben,
bitte bei mir melden!
Der Preis
allerdings ist happig. Century will den Leuten für das MK II 895 $ Dollar
(ca. 970 Euro) aus der Tasche ziehen und der Preis wird gern bezahlt. Definitiv
überteuert! Auch wenn es nur die UVP des Herstellers ist. Meist muss man
dennoch knapp 800 $ berappen.
Ohne Umschweife
kann gesagt werden, dass jeder der schon Skatevideos gesehen hat, auch den Effekt
der MKII oder der MKI kennt.
Für
die Kleinen - Century Optics "Baby Death"
Auch für
kleine Camcorderbenutzer hat sich Century etwas einfallen lassen, das den süßen
Namen "Baby Death" trägt. Mit einem Anschlussgewinde von 37mm
perfekt für die breite Masse.
Angebracht
an kleinen Camcordern muss man allerdings damit rechnen, dass die 125° Blickwinkel
nicht ganz erreicht werden. Der Weitwinkelfaktor beläuft sich auf 0.3x
Die Baby
Death hat alle Eigenschaften des großen Bruders MK II und steht ihm in
der Qualität in nichts nach. Nur der Preis ist ein wenig billiger. 350
$ Dollar (ca. 380 Euro) will Century Optics für dieses Highlight der Fisheyetechnik.
Einen Vergleich
zwischen Century Optics Baby Death, der Raynox QC-303 (beide 0.3x) und einem
Kenko 0.42x findet ihr hier.
Gibt sogar ein kleines (sehr kleines) Video als Schmankerl!
Schlusswort
Ich hoffe
euch ein wenig in die Materie der Fisheyes eingeführt zu haben. Und ich
hoffe, dass ihr euch nun selbst ein Urteil über Fischaugen bilden könnt.
Ich bin immer noch der Meinung, dass diese Objektive einfach das Beste sind was
einem Hobbyfilmer passieren kann! Damit verabschiede ich mich auch und wünsche
viel Spaß beim Experimentieren!
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Ich bitte
darum, den Text nicht zu verändern. Die Bilder könnt ihr klauen, ist
mir recht egal. Wenn ihr diesen Text schon kopiert, dann bitte im Orginalzustand
lassen!